Anlagevehikel
SICAV in Luxemburg: was sie ist, Vorteile und für wen
Die SICAV ist eines der Vorzeigevehikel der luxemburgischen Investmentbranche. Luxemburg ist der weltweit zweitgrößte Fondsstandort, und die SICAV ist die bevorzugte Rechtsform, um einen großen Teil dieses Vermögens zu strukturieren.
Was eine SICAV ist
SICAV steht für Investmentgesellschaft mit variablem Kapital: eine Gesellschaft, deren Zweck darin besteht, das Vermögen ihrer Aktionäre kollektiv und diversifiziert anzulegen. Ihr Kapital ist variabel: Es steigt, wenn Anleger eintreten, und sinkt, wenn sie austreten, ohne Satzungsänderung.
In Luxemburg können SICAVs als UCITS-Fonds (europäisch harmonisiert und für Privatanleger geeignet) oder unter Regimen für qualifizierte Anleger strukturiert werden, je nach Zielpublikum.
Vorteile einer luxemburgischen SICAV
- Professionelle und diversifizierte Vermögensverwaltung.
- Anerkannte und EU-weit vertreibbare Struktur.
- Möglichkeit mehrerer Teilfonds unter einer Umbrella-Gesellschaft.
- Robuster Regulierungsrahmen und Aufsicht durch die luxemburgische CSSF.
- Mehrwährungsbetrieb und Anteilsklassen je nach Profil.
SICAV im Vergleich zum Investmentfonds
Der Unterschied ist im Wesentlichen rechtlicher Natur: Bei einem Fonds hält der Anleger Anteile an einem verwalteten Vermögen; bei einer SICAV hält er Aktien einer Gesellschaft. Für den Endanleger ist die Erfahrung sehr ähnlich – Diversifikation, professionelle Verwaltung und Liquidität –, doch die SICAV bietet zusätzliche gesellschaftsrechtliche Flexibilität und, in maßgeschneiderten Strukturen, Kontrolle über die Anlagepolitik.
Für wen es sinnvoll ist
In bestehende SICAVs zu investieren steht jedem Private-Banking-Kunden offen. Einen eigenen Teilfonds innerhalb einer SICAV zu errichten ist hingegen eine Lösung für große Vermögen, die eine maßgeschneiderte Struktur für ihre Familie oder Unternehmensgruppe suchen.
Häufige Fragen
Was ist eine SICAV in Luxemburg?
Eine SICAV (Investmentgesellschaft mit variablem Kapital) ist ein kollektives Anlagevehikel in Gesellschaftsform, dessen Kapital je nach Zeichnungen und Rücknahmen steigt oder sinkt. In Luxemburg ist sie eine der am häufigsten genutzten Strukturen der Fondsindustrie.
Worin unterscheidet sich eine SICAV von einem Investmentfonds?
Der Fonds ist ein Sondervermögen ohne eigene Rechtspersönlichkeit, das von einer Verwaltungsgesellschaft verwaltet wird; die SICAV ist eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit, an der der Anleger Aktionär ist. In der Praxis ermöglichen beide eine diversifizierte und professionelle Anlage.
Welches Vermögen ist für einen eigenen SICAV-Teilfonds nötig?
Die Einrichtung eines maßgeschneiderten Teilfonds innerhalb einer SICAV erfordert in der Regel hohe Beträge (ab mehreren Millionen Euro). Für die meisten Anleger ist es üblich, über das Private Banking in bestehende SICAVs zu investieren.
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